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Reviews Othello

OTHELLO | William Shakespeare > Pressestimmen "Ola Mafaalani verlegt Shakespeares Tragödie aus Venedig und Zypern in die Nachtbar nebenan und lässt das Politische außen vor. Sie erzählt nicht die Geschichte vom schwarzen Feldherrn, dem man zwar die feindlichen Türken, aber, aufgrund seiner Herkunft, nicht die Tochter anvertraut; der vor allem wegen seiner Hautfarbe, aller Erfolge zum Trotz, ein Außenseiter und deshalb maßlos misstrauisch bleibt. Das Äußere spielt in dieser Inszenierung keine Rolle. Othello ist Mensch, und als solcher manipulierbar. Mafaalani fokussiert die Innenräume des reduzierten Personals. Sie konzentriert sich ganz auf die Welt der Gefühle: auf die subtile Macht eines Menschenkenners, der Angst und Unsicherheit der anderen missbraucht, und auf die Übermacht der Emotionen – namentlich der Eifersucht – über jede Vernunft. Dafür findet die Regisseurin eindringliche Bilder. Wenn etwa Othello in einer surrealen Hochzeits-Szene seiner Braut feierlich die Treue verspricht. Um nur wenig später an derselben Stelle Hand in Hand neben Jago zu knien, Desdemona als „geile Hure“ zu verfluchen und sich dem Seelenverführer im Kuss ganz hinzugeben. Nicht die Liebe macht ihn blind, sondern die Angst, die Liebe zu verlieren. Mit Othellos emotionalem Wandel verändert sich auch seine Welt. „Lieb ich sie nicht mehr, dann ist das Chaos wieder da.“ Der innere Aufruhr sprengt alle Grenzen. Unwetter bricht aus, die Musik steigert sich zum Lärm. Othello und Desdemona vermögen nur noch über Mikrofon zu kommunizieren. Alles wird veräußerlicht. Alles ist überbordendes Gefühl. [...] Markus John kehrt seinen Othello ganz nach innen: ein emotionaler Grübler, unsicher, von Ängsten besetzt. Sein Blick , schon anfangs Scheu verratend, ähnelt bald dem eines verwundeten Tiers. Othellos innere Schwäche kontrastiert eindrucksvoll Oda Pretzschners Desdemona: eine starke Frau, stolz und sinnlich, verführerisch und verletzlich, bis sie am seelischen Schmerz zerbricht. Sven Walsers Jago ist ein cooler Entertainer, ein zynischer Spieler, der eiskalt seine Fährten legt." Kölner Stadt-Anzeiger, 02.11.2002 "Die Inszenierung ist spannend, voller Überraschungen – und vor allem diskussionswürdig." Ticket, 15.11.2002 "Ein Muss für alle, die mitreden wollen." Choices, 01.12.2002 "Was als Spaß – kokettierend mit den Zuschauern – beginnt, wird zu einem wahnsinnigen und –witzigen Amoklauf fast aller Beteiligten. Und die Inszenierung mit ihnen: Ola Mafaalani und die manische Musik von Wim Willaert erschaffen eine opulente Bilder- und Klangwelt des Wahnsinns, dass einem fast der Atem stockt. Unbedingt anschauen!" Apart, 01.02.2003 "Ein besonders starkes Bild gibt der Schluss ab: Das den gesamten Bühnenboden bedeckende Wasser, in welchem Desdemona in einer quälend langen Szene durch Othello zu Tode kommt, und die Personen sind in glitzernd kaltes Licht getaucht; von oben nieselt es. Zeitlupenbewegungen der Nebenfiguren im Hintergrund; Othello bittet eine (...) „Tänzerin“ als eine Art Todesengel um den Gnadenschuss. " Theater Rundschau, 01.12.2002 "Denn die Zuschauer des Shakespeare-Dramas erleben im Schauspielhaus eine kraftvolle, verstörende, spektakuläre Premiere. Am Ende: Jubel ohne Ende für ein bärenstarkes Ensemble." Express, 02.10.2003 "Elektrisierend Ola Mafaalanis, fesselnd ihr Einfallsreichtum, imponierend das Spiel der Schauspieler." Rheinische Post, 04.11.2002 "Mit einem sicheren Gespür für Rhythmus und dramatische Steigerung gelingen der Regisseurin immer wieder stimmungsvolle Bilder, in denen sie Musik, Gesang, Lichtregie und Choreografie wirkungsvoll kombiniert." theater pur, 01.11.2002